Wärmewende im Bestand: Warum Optimierung vor der Sanierung beginnen muss

Die Wohnungswirtschaft steht unter Druck: Energiekosten bleiben ein sozial sensibles Thema, Klimaziele rücken näher und Sanierungen sind oft nur schrittweise umsetzbar. Damit stellt sich die zentrale Frage: Wie lassen sich Verbrauch, CO₂-Emissionen und Betriebskosten kurzfristig senken, ohne Mieterinnen und Mieter zusätzlich zu belasten?
Effizienz beginnt im Heizungskeller
Ein wichtiger Hebel liegt im laufenden Anlagenbetrieb. Viele Heizsysteme funktionieren zwar, arbeiten aber nicht optimal. Starre Heizkurven, überhöhte Vorlauftemperaturen oder ineffizienter Dauerbetrieb führen zu verschenktem Einsparpotenzial. Das ist Alltag im Bestand.
Optimierung darf nicht nach Verzicht klingen
Entscheidend ist dabei der Unterschied zwischen echter Optimierung und bloßer Absenkung: Gebäude funktionieren nicht im Durchschnitt, sondern im Alltag: mit Bedarfsspitzen am Morgen, wechselnden Außentemperaturen, thermischer Trägheit und unterschiedlichen Nutzungsprofilen. Wenn Bewohner ihr Verhalten ändern, Regeln befolgen oder Einschränkungen akzeptieren müssen, ist das für die Branche kein skalierbarer Weg. Gute Optimierung muss im Hintergrund wirken: Wärme, wenn sie gebraucht wird – Einsparung, wenn sie möglich ist.
Transparenz statt Blindflug
Die Berliner KUGU Home GmbH hat dafür einen Ansatz entwickelt, der auf einem KI-basierten digitalen Zwilling des Gebäudes basiert: Sensorik, Wetterdaten, Verbrauchsprofile und Gebäudephysik fließen in einer kontinuierlichen Auswertung zusammen. Auf dieser Grundlage lässt sich der Heizbetrieb nicht nur überwachen, sondern kontinuierlich und bedarfsgerecht optimieren.
Der digitale Heizungskeller wird zum Leitstand
KUGU VIS (Visuelles-Informationssystem) macht als digitale Monitoring-Lösung Betriebsdaten, Leistungswerte und Störungen sichtbar. Neu ist eine erweiterte Anlagendiagnose, die nach der Inbetriebnahme zentrale Kriterien wie Hardwarezustand, Betriebsweise, Hydraulik und Effizienz bewertet und daraus konkrete Handlungsempfehlungen ableitet.
Sektorenkopplung wird praxistauglich
Mit Blick auf neue Wärmesysteme wird zudem die Sektorenkopplung wichtiger. KUGU EOS (Energie-Optimierungssystem) steuert bestehende Heizungsanlagen automatisiert und bedarfsgerecht. 12 Prozent Energieeinsparung werden garantiert, in der Praxis werden durchschnittlich über 20 Prozent erreicht. Für Gebäude mit Wärmepumpen kann der neue Modus „Strompreisdynamik“ prognostizierte Marktstrompreise in die Optimierung einbeziehen. So wird der Heizungskeller zunehmend zu einem intelligent gesteuerten Knotenpunkt zwischen Gebäude, Wärmeerzeugung und Strommarkt. Bestehende Infrastruktur arbeitet sofort effizienter, spätere Investitionen beruhen auf belastbaren Daten. Die Wärmewende im Bestand beginnt mit Transparenz, intelligenter Steuerung und guter Betriebsführung.

Lesen Sie den Beitrag in der VSWG Verbandsmitteilung 02/2026.
