Konnektivität der Heizungsanlage: Daten statt Dauerbetrieb

Von Robert Woggon, Pressesprecher Deumess e.V.
In vielen Gebäuden laufen Heizungen nach starren Mustern, unabhängig vom tatsächlichen Bedarf. Gerade im Bestand werden so massiv Effizienzpotenziale verschenkt. Digitale Systeme schaffen hier Abhilfe: Sie nutzen aktuelle Verbrauchs-, Wetter- und Gebäudeeigenschaften, um die Heizungsanlage automatisiert zu optimieren. Projekte aus der Praxis zeigen: Der Energieverbrauch sinkt deutlich, ganz ohne Komfortverlust und aufwendige Sanierungen.
Die Verringerung von Energieverbrauch und CO2-Emissionen in Bestandsgebäuden ist eines der drängendsten Ziele der Immobilienwirtschaft. Dennoch arbeiten Heizanlagen vielfach ineffizient, gerade im Bestand: Sie produzieren Wärme nach einem starren Schema, teils rund um die Uhr, und weitgehend ohne Rücksicht auf den tatsächlichen Bedarf. Dieser "energetische Blindflug" verursacht nicht nur unnötig hohe Betriebskosten, sondern konterkariert auch jede Klimastrategie. Genau hier setzt das Konzept des digitalen Heizungskellers an, das auch auf einer neuen Messe für digitales Energie- und Gebäudemanagement Mitte Oktober eine wichtige Rolle spielt, der Heikom in Erfurt. Dort präsentiert als Aussteller auch die Kugu Home GmbH, wie ihr smarter Energieoptimierungsservice in der Praxis funktioniert – unter anderem erfolgreich umgesetzt in Leipzig in Kooperation mit der Mess-Profis GmbH.
Transparenz statt Dauerbetrieb: Wie digitale Systeme den Primärenergieverbrauch senken
Die Digitalisierung im Heizungskeller bedeutet dabei für die beiden Partner mehr als nur die Fernsteuerung der Heizung: Sensorik, Wetterprognosen, Verbrauchsdaten und die physikalischen Eigenschaften des Gebäudes fließen in einekontinuierliche und automatisierte Steuerung des Heizsystems ein. Die Lösung von Kugu berechnet dazu die optimale Vorlauftemperatur, passt Heizphasen an reale Bedarfe an und verhindert so Überversorgung. Der Effekt: Bei unverändert hohem Komfort lassen sich so durchschnittlich über 20 Prozent Energie, Kosten und CO2-Emissionen einsparen. Zudem sind die Kosten vollständig umlagefähig und führen somit zu keiner zusätzlichen Belastung für die Eigentümer. „Gleichzeitig wird eine Energieeinsparung von zwölf Prozent vertraglich garantiert, was die Kosten für das System von Kugu in jedem Fall aufwiegt,“ sagt Christopher von Gumppenberg, Geschäftsführer von Kugu. „Höhere Betriebskosten werden also durch geringere Verbräuche überkompensiert – Mieterinnen und Mieter sparen direkt.“
Der Energieoptimierungsservice des Unternehmens basiert auf einem digitalen Zwilling des Gebäudes, der in Echtzeit mit Sensordaten gefüttert wird. Die Optimierung erfolgt automatisiert im 15-Minuten-Takt, ist mit nahezu allen gängigen Heizungsreglern kompatibel und kann innerhalb weniger Stunden in Betrieb genommen werden. Ein zusätzlicher Vorteil: Die digitale Plattform ermöglicht nicht nur die Steuerung, sondern auch ein lückenloses Monitoring, wodurch potenzielle Probleme frühzeitig erkannt und automatisch gemeldet werden können. So wird nicht nur der Energieverbrauch gesenkt, sondern auch die Betriebssicherheit und Wartungseffizienz deutlich erhöht.
"Wir glauben nicht an die eine große Sanierung, sondern an kleine Schritte mit großer Wirkung. Unser digitaler Heizungskeller spart Energie, CO2 und Kosten – und macht Bestandsgebäude fit für die Zukunft", so von Gumppenberg. "Das System bringt Transparenz in Systeme, die bislang als Black Box galten. So schaffen wir die Grundlage für datenbasierte Energieeffizienz und eine wirtschaftliche Dekarbonisierungsstrategie." Insgesamt betreut Kugu inzwischen rund 20.000 Gebäude. Im Jahr 2023 konnten so 25 Millionen Kilowattstunden Energie eingespart werden, was dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von rund 7.000 Haushalten entspricht.
Ein Praxisbeispiel aus Leipzig: Kooperation auf Kundenwunsch
Wie die Lösung in der Praxis funktioniert, zeigt ein aktuelles Projekt in Leipzig: Auf Wunsch der KKS Leipziger Immobilienservice GmbH in Leipzig suchte die Mess-Profis GmbH nach einer digitalen Lösung zur Heizungsoptimierung für zwei hochwertige Altbau-Immobilien. Die Mess-Profis haben als mittelständischer Subemtering-Dienstleister gemeinsam mit dem Schwesterunternehmen TEHA technischer Hausservice GmbH knapp 220.000 Wohneinheiten im Service. Leipzig ist einer von neun Standorten bundesweit.
Da man selbst die erforderliche Sensorik und Auslese-Infrastruktur für Wärme und Warmwasser beisteuerte, fehlte dem Unternehmen noch ein intelligentes System zur Datenverarbeitung und Regelung. Die Wahl fiel auf Kugu. Jan Starke, Geschäftsführer der Mess-Profis, bilanziert: "Es steht außer Frage, dass die Immobilienwirtschaft eine Schlüsselrolle für die Energiewende hat. Wenn wir den CO2-Ausstoß in Immobilien merklich senken können, tragen wir als Unternehmen einen großen Teil zum Klimaschutz bei. Das erreichen wir einerseits durch die Transparenz bei den Energieverbräuchen. Andererseits kommt hier die besondere Lösung von Kugu zum Tragen. Wir haben uns am Markt intensiv umgesehen und beim Ansatz von Kugu etliche Vorteile gefunden, die wir bei anderen Anbietern nicht sehen konnten."
Beide Wohngebäude der KKS Leipziger Immobilienservice verfügten bereits über moderne Gas-Brennwertkessel, deren energetische Betriebseffizienz jedoch weiter gesteigert werden sollte. Die Immobilie in der Simildenstraße in Leipzig Süd weist zehn Wohneinheiten auf, das Objekt in der Waldstraße nahe dem Leipziger Zentrum 21 Wohneinheiten. In beiden Gebäuden installierte Kugu in Abstimmung mit den Mess-Profis innerhalb eines Tages die Sensorik und bildete auf Basis von eigenen Messwerten und Gebäudedaten den digitalen Zwilling des Gebäudes ab. Am 27.03.2025 war das System einsatzbereit.
Energieeinsparung binnen weniger Tage
Das Ergebnis: In den zwei ausgewählten Altbauobjekten in der Simildenstraße und der Waldstraße wurden durch die Kugu-Optimierung von Ende März bis Ende Mai 2025 innerhalb von zwei Monaten Einsparungen von 39 bzw. 33 Prozent generiert: Der Energieverbrauch in der Simildenstraße sank von 18.079 kWh auf 10.982kWh, der Verbrauch in der Waldstraße von 15.023 kWh auf 10.057 kWh. Im gleichen Ausmaß gingen entsprechend die Heizkosten und auch die CO2-Emissionen zurück. Diese überdurchschnittlich hohe Verbrauchssenkung ist auch Resultat des sehr großen Einsparpotenzials in der Übergangszeit zum Frühling und gegen Ende der Heizperiode.
Auf die Heizungsperiode hochgerechnet bedeutet dies eine deutliche Verbesserung der Energieeffizienzklasse in beiden Gebäuden. Insgesamt wurden bereits in dem kurzen Zeitraum CO2-Reduktionen von 2,4 Tonnen und Energiekosteneinsparungen von 850 Euro realisiert. Angesprochen auf die Wirtschaftlichkeit des Systems sagt Kugu CEO von Gumppenberg entsprechend: „Im Moment ist das System in Gebäuden von fünf bis sieben Nutzeinheiten und darüber sicher wirtschaftlich. Mit dem zukünftig steigenden CO2-Preis wird diese Schwelle jedoch stetig weiter sinken – insbesondere mit Blick auf den EU-weiten Handel ab 2027“.
Nicht nur vor diesem Hintergrund ist auch die KKS Leipziger Immobilienservice zufrieden mit ihren digitalen Heizungskellern, wie Steffen Salheiser aus der Geschäftsführung bestätigt: „Wir schlagen mit dem System zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen kommen wir unserer gesellschaftlichen Aufgabe nach, die Energiewende zu unterstützen. Mindestens genauso wichtig ist aber, dass wir die Energiekosten im Schach halten, gerade mit Blick auf die Zukunft. Das unterstützt nicht nur die Bewohner sondern hebt auch den Wert unserer Immobilie“
Auch in der Praxis zeigt sich also, dass digitale Heizungskeller multiple Vorteile bei steigender Wirtschaftlichkeit bieten. Tiefergehende Informationen über das System können Immobilienverantwortliche auf der HEIKOM 2025 erfahren, die am 22. und 23. Oktober in der Halle 1 der Messe Erfurt stattfindet. Organisiert wird die Heikom als Messe für digitales Energie- und Gebäudemanagement von Deumess, dem Netzwerk für mittelständische und regionale Unternehmen der Energie- und Immobilienbranche. Mehr zur Heikom unter: www.heikom.net.
Dieser Beitrag erschien in der IVV Immobilien vermieten und verwalten Ausgabe 6/2025.






