Intelligente Wärme im Bestand: Verbrauch und Kosten senken dank digitaler Heizungsoptimierung

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KUGU EOS optimiert das System automatisiert und spart Energie und Kosten © KUGU

Heizen ist für viele Vermieter und Mieter zur finanziellen Belastung geworden. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts haben über fünf Millionen Menschen in Deutschland finanzielle Probleme beim Heizen. Hinzu kommt, dass sich die Preise für alle gängigen Heizenergien seit 2020 spürbar erhöht haben. Leichtes Heizöl legte mit 99,3 Prozent am stärksten zu, gefolgt von Erdgas mit knapp 90 Prozent. Fernwärme wurde rund 76 Prozent teurer, und selbst Holz und Pellets stiegen im Preis um etwa die Hälfte. Noch immer werden mehr als die Hälfte der Wohngebäude in Deutschland mit Gas beheizt, ein Viertel mit Heizöl. Die Preisentwicklung dürfte sich in den kommenden Jahren kaum entspannen.

Für die Wohnungswirtschaft stellt sich damit immer dringlicher die Frage, wie sich Energieverbräuche senken lassen, ohne zusätzliche finanzielle Belastungen durch aufwendige Sanierungsmaßnahmen zu schaffen.

Echtzeitsteuerung statt starrer Zeitpläne

Die Wohnungswirtschaft hat die Aufgabe, Effizienzpotenziale im Bestand konsequent zu nutzen, um Deutschlands Gebäude zukunftsfähig zu machen. In vielen Bestandsgebäuden läuft die Heizung nach festen Zeitplänen – unabhängig davon, wie sich die tatsächliche Nutzung oder das Wetter im Tagesverlauf verändern. Das führt zu Energieverlusten und Kosten, die sich vermeiden lassen.

Digitale Systeme sind flexibler. Sie haben das Potenzial, Betriebsdaten zu erfassen, das Verhalten der Anlage zu analysieren und die Wärmeerzeugung dynamisch zu regeln.

Datengestützte Effizienz

Die Berliner Kugu Home GmbH hat eine Lösung entwickelt, die vorhandene Heizsysteme ohne umfangreiche bauliche Eingriffe digitalisiert und kontinuierlich optimiert. Grundlage ist ein individueller digitaler Gebäudezwilling, der das thermische Verhalten modelliert.

Diese Technologie ist Teil der Kugu Energy Suite, die alle Prozesse rund um die Energieoptimierung bündelt. Herzstück ist das Energy Optimization System (EOS), das mithilfe von KI-gestützten Algorithmen den Betrieb der Heizungsanlagen analysiert und automatisch nachregelt.

Ergänzend dazu sorgt das Visual Information System (VIS) für Transparenz: Es stellt Verbrauchs- und Leistungsdaten in Echtzeit dar und erlaubt es Betreibern zu erkennen, wo Einsparpotenziale liegen und wie sich Veränderungen im Heizverhalten auswirken. Auch in der Instandhaltung zahlt sich der digitale Ansatz aus: Dank vorausschauender Wartung werden Probleme erkannt, bevor sie auftreten, wodurch aufwendige Instandsetzungen vermieden werden können.

Die laufenden Kosten für die Software können auf die Mieterinnen und Mieter umgelegt werden, ohne die finanzielle Belastung langfristig zu steigern. Im Gegenteil: Durch die erzielten Einsparungen von im Schnitt über 20 Prozent bei Energie und Heizkosten entsteht für sie eine spürbare Entlastung – 12 Prozent Ersparnis werden von Kugu vertraglich garantiert.

Pilotprojekt mit der Gewobag

Die Gewobag, eines der größten kommunalen Wohnungsunternehmen Deutschlands, hat in der vergangenen Heizperiode gemeinsam mit Kugu zehn Bestandsgebäude mit digitaler Steuerungstechnik ausgestattet. Dabei wurden rund 260.000 Kilowattstunden Energie und mehr als 50 Tonnen CO2 eingespart. Auch die Heizkosten gingen spürbar zurück.

Diese Effizienzgewinne konnten im laufenden Betrieb erzielt werden, ganz ohne aufwendige Sanierungen oder Eingriffe in die Gebäudestruktur. Die Optimierung wurde durch die Installation des Kugu Hubs im Heizungskeller ermöglicht: Dort erfasst die Steuerbox kontinuierlich Betriebsdaten, die anschließend in der Cloud analysiert werden. Auf dieser Grundlage kann Kugu EOSautomatisiert und präzise die optimale Heizleistung für den Folgetag berechnen.

Die Zusammenarbeit zwischen Gewobag und Kugu geht auf die „Innovation Challenge“ des Konzerns zurück, die auf digitale Lösungen für den Gebäudebestand abzielt.  „Das Ziel bleibt klar“, sagt Sven Harke-Kajuth, Geschäftsführer der Gewobag ID: „Einen aktiven Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten – und gleichzeitig die Nebenkosten für die Mieterinnen und Mieter nachhaltig senken.“

Die Zusammenarbeit in dem Pilotprojekt gilt als Blaupause für die Integration digitaler Energiesteuerung im großen Maßstab. Beide Partner arbeiten zudem daran, die Technologie weiterzuentwickeln und schrittweise in die alltägliche Bewirtschaftung zu überführen.

Mehr Transparenz für die Verwaltung

Für die Wohnungswirtschaft bedeutet das zum einen sinken Energieverbrauch und der CO2-Ausstoß, zum anderen können Hausverwaltungen die Anlagenzustände besser überwachen. Verbrauchsdaten liegen in strukturierter Form vor – durch diese präzise Datengrundlage lassen sich Investitionen gezielter planen, etwa, wann ein Austausch von Komponenten tatsächlich nötig wird oder wo energetische Sanierungen den größten Effekt erzielen würden.

Auch die Kommunikation mit Dienstleistern oder Mieterinnen und Mietern wird einfacher, weil Energieflüsse transparent nachvollziehbar sind.

Lösungen, die sofort wirken

Heizkosten sind in den letzten Jahren stark gestiegen und werden in den nächsten Jahren wohl nicht wieder sinken. Für die Wohnungswirtschaft führt aufgrund dessen kaum ein Weg an datenbasierten Lösungen vorbei, wenn Energieverbräuche nachhaltig reduziert werden sollen.

Klassische Sanierungen sind wichtig, greifen aber oft zu kurz oder zu spät. Digitale Lösungen wie die von Kugu ermöglichen der Wohnungswirtschaft, Energie und Kosten sofort und messbar zu senken – ein entscheidender Schritt, um den Gebäudebestand zukunftsfähig zu machen.

Christopher von Gumppenberg, CEO und Mitgründer der Kugu Home GmbH. Quelle: Kugu Home GmbH
Die Steuerbox von Kugu vernetzt bestehende Heizsysteme mit einer digitalen Plattform. So lassen sich Verbrauch, Temperaturen und Betriebsdaten in Echtzeit analysieren und optimieren. Quelle: Kugu Home GmbH

Das KI-gestützte System Kugu EOS analysiert Verbrauchs- und Betriebsdaten in Echtzeit und passt die Heizstrategie automatisch an. Quelle: Kugu Home GmbH

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