Heizsysteme transparent machen: Software für den Bestand

Heizsysteme transparent machen Sie im Bestand mit Software, die Zählerstände, Temperaturen und Betriebszustände aller Heizzentralen in Echtzeit zusammenführt und Störungen ohne Vor-Ort-Begehung meldet. Wie weit die Software vom reinen Sichtbarmachen bis zur automatischen Regelung geht, entscheidet über Aufwand und Einsparung. Schon der Pilot über eine Heizperiode liefert dafür belastbare Zahlen für Ihr Portfolio.
- Drei Kategorien gibt es: Monitoring schafft Überblick, Diagnose liefert Empfehlungen, nur Optimierung senkt den Verbrauch automatisch.
- Eine Sanierung brauchen Sie nicht, weil die Software auf vorhandenen Zählern, Reglern und Heizungsanlagen aufsetzt.
- KUGU EOS garantiert mindestens 12 % Einsparung und erreicht im Schnitt über 20 %, belegt in zehn Gewobag-Objekten.
- Der Rollout startet mit einem Pilot aus 5 bis 10 Gebäuden über eine Heizperiode, danach folgt das Portfolio.
Welche Software-Kategorien machen Heizsysteme im Bestand transparent?
Für den Gebäudebestand gibt es drei Kategorien: Monitoring und Visualisierung, Anlagendiagnose sowie KI-gestützte Optimierung. Sie unterscheiden sich darin, wie weit die Software vom Sichtbarmachen bis zum aktiven Eingriff in die Anlage geht.
| Kategorie | Was die Software leistet | Typisches Ergebnis |
|---|---|---|
| Monitoring und Visualisierung | Führt Zählerstände, Temperaturen und Betriebszustände in Echtzeit zusammen und stellt sie portfolioweit vergleichbar dar | Überblick über alle Heizzentralen, Störungsalarme ohne Vor-Ort-Begehung |
| Anlagendiagnose | Bewertet Hardwarezustand, Betriebsweise und Effizienz jeder Anlage anhand festgelegter Kriterien | Priorisierte Handlungsempfehlungen je Komponente |
| KI-gestützte Optimierung | Berechnet den Heizbedarf aus Gebäudemodell, Nutzungsverhalten und Wetterprognose und regelt die Anlage automatisch nach | Messbar geringerer Verbrauch bei Energie, Kosten und CO₂ |
Die ersten beiden Kategorien liefern Wissen, das Ihr Technikteam oder Ihre Dienstleister anschließend umsetzen. Die dritte setzt es selbst um, rund um die Uhr und in jedem angebundenen Heizkeller. Für die Budgetplanung ist das der zentrale Punkt: Monitoring braucht Personal, das auf die Daten reagiert; Optimierung realisiert den Effekt automatisch.
Bei KUGU decken zwei Lösungen der KUGU Energieplattform diese Kategorien ab: KUGU VIS (Visuelles-Informationssystem) für Betriebstransparenz und Anlagendiagnose sowie KUGU EOS (Energie-Optimierungssystem) für die automatisierte, bedarfsgerechte Steuerung der Heizanlagen.
Nach welchen Kriterien wählen Sie die passende Lösung aus?
Vier harte Kriterien trennen tragfähige Lösungen von Insellösungen. Herstellerunabhängigkeit, Betrieb ohne Heizungstausch, Skalierbarkeit und offene Schnittstellen bilden den Kern. Ergänzt um die Frage nach der Integration in Ihre bestehende IT entsteht daraus ein belastbarer Anforderungskatalog für die Ausschreibung.
- Herstellerunabhängigkeit sichert Ihre Wahlfreiheit über verschiedene Kesseltypen und Wärmepumpen.
- Die Software muss mit der vorhandenen Regelung arbeiten, damit Transparenz und Optimierung unabhängig vom nächsten Sanierungszyklus verfügbar sind.
- Skalierbarkeit ermöglicht Pilot und Rollout in einer gemeinsamen Plattform.
- Schnittstellen zu Zählern über M-Bus, Reglern und Sensoren bestimmen Datenqualität und Installationsaufwand.
- Bestehende IT bleibt erhalten; die Lösung legt sich als Daten- und Automatisierungsschicht darüber.
KUGU positioniert KUGU EOS und KUGU VIS für drei Gruppen: Wohnungsunternehmen, die schnell und kosteneffizient Einsparungen erzielen wollen, Stadtwerke und Energieversorger, die ihr Contracting-Angebot weiterentwickeln, sowie Mess- und Energiedienstleister, die neue Services aufbauen. Fragen Sie konkret, welche Zähler- und Reglertypen bereits in Betrieb angebunden sind und wer die Installation vor Ort übernimmt.
Was zeigt Ihnen Transparenz konkret, und welche Entscheidungen werden dadurch möglich?
Transparenz bedeutet, dass Betriebsdaten vergleichbar vorliegen. Erst damit sehen Sie, welche Anlagen effizient arbeiten und wo Geld verloren geht.
- Vorlauf- und Rücklauftemperaturen zeigen, ob eine Anlage zu warm fährt oder die Spreizung zu gering ist.
- Verbräuche je Erzeuger und Gebäude machen Ausreißer im Portfolio auf einen Blick erkennbar.
- Laufzeiten von Brennern, Pumpen und Wärmepumpen verraten Regelungsfehler und unnötigen Dauerbetrieb.
- Die Taktung, also häufiges Ein- und Ausschalten eines Erzeugers, weist auf falsche Parameter oder Überdimensionierung hin.
- Störungen und Fehlermeldungen laufen als Alarm zentral auf, bevor Mieter sich melden.
Aus diesen Werten folgen konkrete Entscheidungen. Dauerhaft hohe Rücklauftemperaturen sprechen für eine angepasste Heizkurve oder einen hydraulischen Abgleich. Taktet ein Kessel stark, klärt der Datenverlauf, ob eine Nachjustierung ausreicht oder die Komponente künftig kleiner dimensioniert wird. Budgets planen Sie nach Befund.
Die VIS Anlagendiagnose funktioniert dabei als Frühwarnsystem. Sie bewertet nach Installation anhand von mehr als 20 Kriterien Hardwarezustand, Betriebsweise und Effizienz jeder Anlage. Entwickelt wurde sie gemeinsam mit der Gewobag ED; das Ergebnis sind Handlungsempfehlungen je Komponente und ein strukturierter Installationsreport als PDF, den Sie direkt an Fachplaner oder Wartungsfirmen weitergeben können.
KUGU VIS und KUGU EOS im Vergleich: Monitoring oder Optimierung?
KUGU VIS macht den Heizungsbetrieb sichtbar und bewertbar; KUGU EOS greift aktiv in die Regelung ein und senkt den Verbrauch automatisch. Beide Lösungen gehören zur KUGU Energieplattform und lassen sich einzeln oder kombiniert einsetzen.
KUGU VIS: Betriebstransparenz und Anlagendiagnose
KUGU VIS ist der digitale Leitstand für das Monitoring Ihrer Heizungsanlagen. Mit VIS Betriebstransparenz laufen Zählerstände, Temperaturen und Betriebszustände in Echtzeit zusammen und werden portfolioweit vergleichbar dargestellt. Störungen und Ineffizienzen erkennt das System automatisch, ohne Vor-Ort-Begehung, und meldet sie über eine umfangreiche Alarmierung.
Ein Energiereport liefert Kennzahlen wie COP, Nutzungsgrad und Energiebeitrag pro Erzeuger, was gerade bei Hybridanlagen aus Kessel und Wärmepumpe die Betriebsführung erleichtert. Ergänzt wird das durch die VIS Anlagendiagnose nach GEG beziehungsweise GModG.
KUGU EOS: automatisierte Optimierung mit digitalem Gebäudezwilling
KUGU EOS passt die Energiebereitstellung dynamisch an das Gebäudemodell, das tatsächliche Nutzungsverhalten und aktuelle Wetterprognosen an. Grundlage ist ein digitaler Gebäudezwilling.
Begriff kurz erklärt: Ein digitaler Gebäudezwilling ist ein rechnerisches Abbild des Gebäudes mit seiner Heizlast, Dämmqualität und Anlagentechnik. Er erlaubt der Software, vorab zu berechnen, wie viel Wärme das Gebäude in den nächsten Stunden tatsächlich braucht.
Den Zwilling baut EOS in vier Schritten auf. Die Kalibrierung läuft dabei automatisiert und ohne Mitwirkung Ihres Teams:
- EOS erfasst Baujahr, Sanierungsstand und Eckdaten der Heizungsanlage.
- Das System misst 3 bis 6 Tage lang Heizlast und Temperaturen und kalibriert das Modell KI-gestützt.
- Täglich berechnet EOS anhand von über 30 Wetterparametern die nötige Heizleistung.
- Alle 15 Minuten spielt das System neue Sollwerte in die Heizanlage ein.
Mit EOS Strompreisdynamik wird Sektorenkopplung wirtschaftlich nutzbar. Der Modus verknüpft Wärmebedarf, Wärmepumpe, Pufferspeicher, PV und Batteriespeicher mit Börsenstrompreisen wie dem EPEX Spot, sodass strombasierte Wärmeerzeuger bevorzugt in günstigen Preisphasen laufen und der Pufferspeicher teure Stunden überbrückt.
KUGU-Geschäftsführer Christopher von Gumppenberg bringt es auf den Punkt: Für Transparenz reicht Monitoring, für Effekt braucht es automatische Optimierung ab Tag 1, bei der sich jeder Keller im Portfolio ohne Technikerbesuch kontinuierlich selbst nachregelt.
| Ihre Ausgangslage | Passende Lösung |
|---|---|
| Sie brauchen zuerst einen verlässlichen Überblick über Zustand und Störungen im Portfolio | KUGU VIS mit VIS Betriebstransparenz und VIS Anlagendiagnose |
| Sie wollen Einsparungen realisieren, ohne zusätzliches Personal für die Betriebsführung | KUGU EOS |
| Sie betreiben Wärmepumpen, PV oder Speicher und haben einen dynamischen Stromtarif | KUGU EOS mit EOS Strompreisdynamik |
| Sie wollen Diagnose für die Instandhaltung und automatische Optimierung im laufenden Betrieb | KUGU VIS und KUGU EOS kombiniert |
Wie läuft die Einführung ab, und warum ist keine Sanierung nötig?
Die Einführung beginnt mit einem Pilot aus 5–10 Gebäuden über eine Heizperiode von etwa 3 bis 6 Monaten. Eine Sanierung braucht es nicht, da die Software auf der vorhandenen Regelung aufsetzt und dort Sollwerte vorgibt.
- Sie wählen gemeinsam mit KUGU repräsentative Pilotgebäude aus Ihrem Portfolio aus.
- Nach der Installation liefert die Anlagendiagnose den Ist-Zustand und EOS baut den digitalen Gebäudezwilling auf.
- Während der Heizperiode zielt die Optimierung auf mindestens 12 % Einsparung und 2 Prozentpunkte mehr Nutzungsgrad.
- Nach diesem Nachweis folgt die Ausweitung auf das übrige Portfolio.
Wie gut das skaliert, zeigt die Gewobag: Von zehn Pilotobjekten aus gelang der Rollout auf über 300 Objekte. Insgesamt betreut KUGU nach eigenen Angaben mehr als 3.500 Anlagen. Eine Voraussetzung sollten Sie vorab klären: Fehlt in einem Gebäude jeder hydraulische Abgleich, weist KUGU vor dem Start darauf hin, damit Sie die Pilotauswahl entsprechend treffen.
Welche Einsparungen sind realistisch, und wie lassen sie sich belegen?
KUGU garantiert vertraglich mindestens 12 % Einsparung; im Durchschnitt sparen Fernüberwachung und Optimierung nach Angaben von KUGU über 20 % bei Energie, Kosten und CO₂. Die Garantie bezieht sich auf den konventionellen Betrieb und wird jährlich im Vorjahresvergleich berechnet.
Was die Garantie voraussetzt: Das Gebäude wird stabil genutzt, ohne grundlegende Nutzungsänderung und ohne gravierende hydraulische Mängel. Die Berechnung erfolgt mit Klimabereinigung, also unter Herausrechnung milder oder kalter Winter. Alle Konditionen stehen in einem transparenten Vertragsmodell.
Belastbar wird die Zahl durch Praxiswerte. In der Pilotphase mit der Gewobag sparten zehn Objekte zwischen Oktober 2024 und März 2025 rund 260.000 kWh Energie, über 50 Tonnen CO₂ und mehr als 18.000 Euro Kosten. Die Garantie wurde in allen Objekten erreicht und teilweise deutlich übertroffen.
Eine spätere, detailliertere Auswertung derselben zehn Objekte über 1.055 Heiztage nennt rund 313.000 kWh, knapp 22.000 Euro und knapp 63 Tonnen CO₂ bei durchschnittlich 23 % Einsparung. Beide Zahlensätze sind korrekt, sie unterscheiden sich in Auswertungszeitraum und Methodik. Die erste Zahl ist die konservativere Basis.
Als externer Rahmen helfen zwei Referenzen. Die dena-Initiative KEDi beziffert das Potenzial von Monitoring und Optimierung auf bis zu 30 %, die Forschung des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik zu intelligenter Heizungsregelung nennt typische Einsparpotenziale von 8 bis 19 %, in Einzelfällen auch über 30 %. Diese Werte sind methodisch mit der KUGU-Garantie nicht direkt vergleichbar, bestätigen aber die Größenordnung.
Für die Wirtschaftlichkeit zählt zudem die Umlage. KUGU ordnet die laufenden Kosten als umlagefähig nach § 7 Abs. 2 der Heizkostenverordnung (HeizkostenV) ein. Die dena-Initiative KEDi bestätigt für einen Gewobag-Praxisfall, dass eine solche Maßnahme vollständig umgelegt werden könnte und Mietende ab mindestens 10 % Einsparung unmittelbar profitieren. Klären Sie die Umlage für Ihre Mietverträge vor dem Rollout.
Für ESG-Teams ist die dokumentierte CO₂-Reduktion der eigentliche Mehrwert, erreicht ohne Sanierung und nachvollziehbar je Gebäude und Jahr. Damit liegen für Investoren, Aufsichtsgremien und Nachhaltigkeitsberichte Werte vor, die aus gemessenen Betriebsdaten stammen. In einer Demo sehen Sie, wie Energiereport und Einsparnachweis für Ihr Reporting aufbereitet sind.
Transparenz ist der erste Schritt, nicht das Ziel
Die Kategorie-Entscheidung prägt das Ergebnis stärker als die Anbieterwahl. Sie legt fest, ob Ihr Team Einsparungen manuell hebt oder die Software sie automatisch realisiert. Wer Effekt erwartet, plant Monitoring und Optimierung von Beginn an zusammen und spart sich die Nachrüstung.
Ihr nächster Schritt: Stellen Sie eine Liste von 5 bis 10 Heizzentralen mit auffälligen Verbräuchen oder häufigen Störungen zusammen und fragen Sie bei der KUGU Home GmbH eine Portfolio-Analyse für KUGU VIS und KUGU EOS an. Sie erhalten eine Einschätzung, welche Gebäude sich für den Pilot eignen und welches Einsparpotenzial dort realistisch ist.
Häufige Fragen zur Software für Heizungstransparenz
Lässt sich die Software in bestehende Gebäudeleittechnik integrieren, ohne diese zu ersetzen?
Ja. Die KUGU Steuerbox arbeitet herstellerunabhängig und bindet vorhandene Technik über gängige Schnittstellen wie LonWorks, Modbus, BACnet, KNX, CAN-Bus, WM-Bus und M-Bus an. Sie ist Smart-Meter-Gateway-kompatibel, bestehende Gateways und Cloud-Schnittstellen nutzt KUGU ohne zusätzliche Hardware.
Welche Angaben müssen vor dem Start vorliegen?
Baujahr, Sanierungsstand und die Eckdaten der Heizungsanlage genügen für den Aufbau des digitalen Gebäudezwillings. Den Rest misst EOS in den ersten 3 bis 6 Tagen selbst. Hilfreich ist die Information, ob ein hydraulischer Abgleich durchgeführt wurde.
Wie unterscheidet sich ein digitaler Gebäudezwilling von klassischem Monitoring?
Der Zwilling rechnet voraus, Monitoring zeigt den aktuellen Zustand. Aus Gebäudedaten, Messwerten und Wetterprognosen ermittelt der Zwilling den Wärmebedarf der nächsten Stunden, und EOS leitet daraus die Sollwerte ab. Monitoring liefert dafür die Live-Daten und die Alarme.
Welche typischen Fehler sollte man bei der Einführung im Bestand vermeiden?
Drei Fehler kommen häufig vor: Monitoring ohne festgelegte Zuständigkeit für Alarme, Pilotgebäude mit laufender Nutzungsänderung und ungeklärte hydraulische Mängel. Wer diese Punkte vorab regelt, erhält vergleichbare Ergebnisse.
Wie lange dauert es, bis sich eine Investition in Heizungstransparenz amortisiert?
Eine Heizperiode im Pilot liefert die Datenbasis für Ihre Amortisationsrechnung. Als Orientierung: Bei der Gewobag sparten zehn Objekte in rund sechs Monaten über 18.000 Euro Energiekosten. Ihre eigene Rechnung hängt vor allem von Energiepreis und Verbrauch je Anlage ab.
Welche Gebäude eignen sich für den Einstieg ins Pilotmodell?
Gebäude mit stabiler Nutzung, ohne gravierende hydraulische Mängel und mit typischer Anlagentechnik Ihres Portfolios eignen sich am besten. Objekte mit auffällig hohen Verbräuchen zeigen das Potenzial zudem besonders deutlich und liefern Ihnen starke Argumente für den Rollout.


